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Satzung für die Evangelische Hochschule für Kirchenmusik Halle/Saale

Vom 1. Januar 2010

(ABl. S. 141)

Gemäß §§ 1, 5 und 6 des Kirchengesetzes über die Einrichtung der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik Halle/Saale vom 1. Januar 1995 (ABI. EKKPS 1994 S. 165) erlässt die Evangelische Hochschule für Kirchenmusik Halle/Saale die folgende Satzung:
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§ 1
Rechtsstatus

1 Die Evangelische Hochschule für Kirchenmusik Halle/Saale ist eine nach dem Hochschulgesetz des Landes Sachsen-Anhalt anerkannte Hochschule in freier Trägerschaft. 2 Träger ist die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland. 3 Die Hochschule ist kirchliche Körperschaft des öffentlichen Rechts. 4 Der Sitz der Hochschule ist Halle/Saale.
5 Die Hochschule führt die Tradition der Evangelischen Kirchenmusikschule der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen weiter.
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§ 2
Aufgaben und Ziele der Ausbildung

1 Die Ausbildung an der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik Halle/Saale geschieht auf der Grundlage des Verkündigungsauftrages der Kirche. 2 Die Hochschule vermittelt durch Theorie und Praxis die Fähigkeiten, die zum Beruf des Kirchenmusikers nötig sind. 3 Die Ausbildung erfolgt auf der Grundlage einer Studien- und Prüfungsordnung basierend auf der durch die Kultusministerkonferenz im Jahre 1991 bestätigten „Rahmenordnung für die Ausbildung von Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusikern“.
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§ 3
Mitglieder der Hochschule

( 1 ) Mitglieder der Hochschule sind der Rektor, die Hochschuldozenten, die Lehrbeauftragten, die Mitarbeiter und die Studierenden.
( 2 ) Die Mitglieder der Hochschule sind verpflichtet:
  • die ihnen übertragenen fachlichen Aufgaben wahrzunehmen,
  • sich so zu verhalten, dass die Hochschule und ihre Organe ihre Aufgaben erfüllen können und niemand gehindert wird, seine Pflichten und Rechte an der Hochschule wahrzunehmen,
  • an der Selbstverwaltung mitzuwirken und in der Hochschule Funktionen zu übernehmen.
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§ 4
Hochschuldozenten und Lehrbeauftragte

( 1 ) 1 Die Gruppe der Hochschullehrer (künstlerisches und wissenschaftliches Personal) setzt sich zusammen aus den Hochschuldozenten und Lehrbeauftragten. 2 Aus der Gruppe der Hochschuldozenten werden die Fachgruppensprecher gewählt. 3 Sie werden durch den Senat und mit Abstimmung der Fachgruppe eingesetzt.
( 2 ) 1 Zum wissenschaftlichen Personal gehören die Hochschullehrer im Bereich Musikwissenschaft und Theologie. 2 Die theologischen Hochschullehrer sollten die Studierenden seelsorgerlich begleiten und ihnen Anregungen für die Gestaltung des geistlichen Lebens der Schule geben.
( 3 ) Auf das künstlerische und wissenschaftliche Personal finden die Einstellungsvoraussetzungen für das nach dem Hochschulgesetz des Landes Sachsen-Anhalt vergleichbare Personal entsprechende Anwendung.
( 4 ) 1 Das künstlerische und wissenschaftliche Personal versieht seine Lehrtätigkeit nach Maßgabe des jeweiligen Dienstauftrages in eigener künstlerischer, wissenschaftlicher und pädagogischer Verantwortung. 2 Es ist dem Auftrag und den Ordnungen der Kirche verpflichtet.
( 5 ) 1 Die Hochschuldozenten werden auf Vorschlag des Senats, nach Anhörung des Dozentenkollegiums und des Kuratoriums vom Landeskirchenrat berufen. 2 Die Lehrbeauftragten im künstlerischen und wissenschaftlichen Bereich werden vom Senat im Rahmen des Haushaltsplanes bestellt. 3 Im Übrigen gelten die Regelungen gemäß § 106 des Hochschulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt.
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§ 5
Die Studierenden

( 1 ) Zum Studium an der Hochschule kann zugelassen werden, wer die Zulassungsvoraussetzungen nach den jeweils geltenden Gesetzen des Landes Sachsen-Anhalt und nach den Bedingungen der Studien- und Prüfungsordnung erfüllt.
( 2 ) Zur Wahrung schulpolitischer, sozialer und kultureller Belange der Studierenden sowie zur Pflege der überregionalen und internationalen Studentenbeziehungen können die Studenten einer Studentenschaft angehören.
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§ 6
Organe der Hochschule

Organe der Hochschule sind
  1. der Senat,
  2. das Rektorat,
  3. das Kuratorium.
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§ 7
Der Senat

( 1 ) Dem Senat gehören an:
  1. die Mitglieder des Rektorats mit dem Rektor als Vorsitzenden,
  2. vier Mitglieder der Hochschule aus dem Bereich der Hochschuldozenten,
  3. zwei Lehrbeauftragte,
  4. zwei Vertreter der Studierenden
  5. ein Mitarbeiter der Hochschule.
( 2 ) Der Senat entscheidet über alle Angelegenheiten der Hochschule entsprechend dem Hochschulgesetz.
( 3 ) 1 Die Wahl des Senates erfolgt nach Maßgabe des § 5 der Hochschulwahlordnung für die unter den Nummern 2 bis 4 genannten Gruppen. 2 Die Amtszeit der studentischen Vertreter beträgt ein Jahr, die der Lehrbeauftragten zwei Jahre, die der Dozenten und Mitarbeiter vier Jahre gemäß § 67 Absatz 5 des Hochschulgesetzes des Landes Sachsen Anhalt.
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§ 8
Das Rektorat

( 1 ) Das Rektorat leitet die Hochschule. Es wird gebildet aus dem Rektor und dem Prorektor.
( 2 ) Der Prorektor wird vom Senat auf Vorschlag der Hochschullehrer auf die Dauer von vier Jahren aus der Reihe der Hochschuldozenten gewählt, wobei Wiederwahl möglich ist.
( 3 ) 1 Auf Vorschlag des Rektors legt das Rektorat für seine Mitglieder bestimmte Geschäftsbereiche fest, in denen sie die Geschäfte der laufenden Verwaltung in eigener Zuständigkeit erledigen. 2 Das Rektorat legt fest, wie sich der Rektor und der Prorektor in ihrem Geschäftsbereich und als Mitglieder kraft Amtes in den Organen gegenseitig vertreten.
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§ 9
Der Rektor

( 1 ) 1 Der Rektor vertritt die Hochschule. 2 Er sorgt für die Vorbereitung und Durchführung der Beschlüsse des Rektorats und des Senats. 3 Er übt das Hausrecht aus und ist für die Wahrnehmung der Ordnung an der Hochschule verantwortlich. 4 Der Rektor übt die Dienstaufsicht über die Mitarbeiter mit Ausnahme der Hochschuldozenten aus.
( 2 ) 1 Der Rektor wird auf Vorschlag des Senats, nach Anhörung des Dozentenkollegiums und des Kuratoriums, durch den Landeskirchenrat für vier Jahre berufen. 2 Er soll Kirchenmusiker sein. 3 Eine erneute Berufung ist möglich.
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§ 10
Der Prorektor

1 Der Prorektor wird aus dem Kreise der Hochschuldozenten gewählt. 2 Für die Wahl des Prorektors hat der Rektor das Vorschlagsrecht gegenüber dem Senat. 3 Die Amtszeit des Prorektors endet in der Regel mit dem Amt des Rektors. 4 Der Prorektor kann während seiner Amtszeit kein anderes Wahlamt in Organen der Fachbereiche wahrnehmen (§ 69 Absatz 8 Hochschulgesetz des Landes Sachsen Anhalt).
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§ 11
Das Kuratorium

( 1 ) Als beratendes Organ für die Hochschule wird gemäß Kirchengesetz über die Errichtung der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik Halle/Saale ein Kuratorium gebildet.
( 2 ) 1 Das Kuratorium berät die Hochschule in Fragen der Gestaltung des künstlerischen Profils, der Ausbildung, der Öffentlichkeitsarbeit und des Lebens der Hochschule. 2 Es wirkt daran mit, dass die Hochschule ihren Auftrag erfüllt und die Zielsetzung der Hochschule gewahrt wird.
( 3 ) 1 Im Kuratorium arbeiten Vertreter des Trägers, des Kultusministeriums des Landes Sachsen-Anhalt, des Institutes für Musik und der Theologischen Fakultät an der MLU und des Landesmusikrates zusammen. 2 Die genannten Institutionen schlagen ihre Vertreter zur Berufung vor. 3 Das Kuratorium besteht aus zwölf Mitgliedern, die vom Landeskirchenrat berufen werden.
( 4 ) 1 Ein Drittel der Mitglieder wird auf Vorschlag des Senats der Hochschule berufen, darunter befindet sich der Sprecher der Studentenschaft. 2 Zusätzlich zu diesem Drittel gehören der Rektor der Hochschule und der Landeskirchenmusikdirektor der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland dem Kuratorium qua Amt an. 3 Letzterer führt den Vorsitz im Kuratorium.
( 5 ) Die Mitglieder des Kuratoriums müssen einer der Mitgliedskirchen in der Arbeitsgemeinschaft der christlichen Kirchen (ACK) angehören.
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§ 12
Der Studentenrat

( 1 ) 1 Zu ihrer Vertretung wählen die Mitglieder der Studentenschaft der Hochschule den Studentenrat. 2 Er besteht aus fünf Mitgliedern, die für die Dauer von zwei Semestern gewählt werden. 3 Diese fünf Mitglieder wählen einen Sprecher, der auch dem Kuratorium angehört. 4 Die studentischen Vertreter für den Senat werden von der gesamten Studentenschaft gewählt.
( 2 ) 1 Der Studentenrat beruft die Studentenversammlung ein, der alle Studierenden angehören. 2 Die Studentenversammlung berät über allgemeine Angelegenheiten der Hochschule.
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§ 13
Die Mitarbeiter

Zu den Mitarbeitern zählen alle in den Dienstleistungsbereichen Verwaltung, Finanzen, Bibliothek, Wirtschaft und Gebäude/Anlagen tätigen Angestellten und Hilfskräfte.
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§ 14
Der Gleichstellungsbeauftragte

( 1 ) Der Gleichstellungsbeauftragte der Hochschule wirkt auf die Herstellung der Chancengleichheit für Frauen und Männer und auf die Vermeidung von Nachteilen für weibliche Angehörige der Hochschule hin.
( 2 ) 1 Der Gleichstellungsbeauftragte ist ehrenamtlich tätig. 2 Der Gleichstellungsbeauftragte wird aus dem Kreise der Hochschullehrer und Mitarbeiter für vier Jahre gewählt, Wiederwahl ist möglich.
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§ 15
Der Behindertenbeauftragte

Entsprechend § 73 des Hochschulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt ist vom Senat ein Behindertenbeauftragter zu bestellen.
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§ 16
Gleichstellungsklausel

Personen- und Funktionsbezeichnungen gelten jeweils in der weiblichen und männlichen Form.
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§ 17
Satzungsänderungen

Änderungen dieser Satzung werden vom Senat der Hochschule beschlossen und vom Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland genehmigt.
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§ 18
Inkrafttreten

1 Die Satzung tritt am 1. Januar 2010 in Kraft. 2 Gleichzeitig tritt die Satzung für die Evangelische Hochschule für Kirchenmusik Halle/Saale vom 30. April 2004 (ABl. EKM 2005 S. 260) außer Kraft.